Das war das 2. Forum Zukunft der Arbeit
Arbeitswelt-Experte Schneider fordert nachhaltige Personalplanung
Veränderte organisatorische und demografische Strukturen, die neue Flexibilität am Arbeitsmarkt und lebenslanges Lernen waren die zentralen Themen beim 2. Forum „Zukunft der Arbeit“, das am Dienstag auf Initiative des Competence Call Centers (CCC) im Wirtschaftsministerium in Wien stattfand. „Vor allem gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte werden künftig Mangelware sein“, prognostizierte Hilmar Schneider, Direktor für Arbeitsmarktpolitik beim Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA), in seinem Impulsreferat. Deshalb sei eine nachhaltige Form der Personalplanung notwendig.
Die zunehmenden Schwierigkeiten bei der Personalrekturierung seien heute schon spürbar, die Reaktionen der Unternehmen blieben jedoch noch aus. „Was wir im Augenblick beobachten, ist konjunktureller Natur. Was aber in vier bis fünf Jahren viel gravierender sein wird, ist der Fachkräftemangel aufgrund von demografischen Veränderungen“, so Schneider. Wenn nicht bald dafür gesorgt werde, dass sich das Qualifikationspotenzial verbessert, würden in sehr naher Zukunft gut ausgebildete junge Fachkräfte zur Mangelware werden.
Schneider sprach neben dem akuter werdenden Fachkräftemangel auch den organisatorischen und demografischen Wandel der Arbeitswelt an und lieferte dabei Anregungen für die anschließende Diskussion unter den anwesenden Vertretern der Arbeitswelt, die von Michael Meyer, Professor an der WU Wien, geleitet wurde. „Wandel und Veränderung brauchen Sicherheit und Innovation“, betonte GPA-DJP-Vorsitzender Wolfgang Katzian. Da jedoch oft die Flexibilität in den Vordergrund gestellt wird, während die Sicherheit vernachlässigt werde, stelle sich heute die Frage, wie Rahmenbedingungen geschaffen werden können, die ein Netz an Sicherheit und individueller Flexibilität zulassen.
„Es wird zu wenig darüber gesprochen, welche Chancen die neue Arbeitswelt bietet“, merkte Thomas Kloibhofer, Vorstandsvorsitzender des Competence Call Centers und Initiator des Forums Zukunft der Arbeit an. Die neuen Zeiten bräuchten auch neue Regelungen - mit jenen aus dem Industriezeitalter könne man heute nicht mehr im internationalen Wettbewerb mithalten. Auch er thematisierte den organisatorischen Wandel der heutigen Arbeitswelt. „Unsere Mitarbeiter wollen eigenverantwortliche Akteure in einer Wertschöpfungskette, und nicht Glieder in einer Befehlskette sein“, erklärte Kloibhofer. Dabei seien keine großen Hierarchiestufen, sondern Zielvorgaben erwünscht, die von den Mitarbeitern selbstverantwortlich umgesetzt werden können.
Teamwork sei ein wesentliches Thema, an dem man nicht vorbeikommt, ergänzte Markus Liebl, Generaldirektor der Brauunion Österreich, diesen Wandel. „Dies gilt nicht nur für die Produktion, sondern auch für die Logistik und den Verkauf.“ Der Teamcharakter nimmt zu, die Rolle von Hierarchien dagegen ab. Für sein Unternehmen sei Flexibilisierung wichtig, um auf saisonale Schwankungen zu reagieren. Die Branche orientiere sich an den Bedürfnissen des Kunden, was zwangsläufig Schwankungen in der Arbeitszeit mit sich bringe.
Bei Bildungsfragen müsse in neuen Kategorien gedacht werden, sagte GPA-Chef Katzian zum Thema lebenslanges Lernen. Denn heute finde eine Entwicklung von der Industrie- und Produktionsgesellschaft über eine Dienstleistungsgesellschaft hin zu einer Wissensgesellschaft statt. Jugendlichen sollte sowohl ein fundiertes Basiswissen vermittelt werden, sie müssten aber zugleich auf die Herausforderungen der neuen Arbeitswelt vorbereitet werden. Wichtig sei, bei der Weiterbildung den allgemeinen und chancengleichen Zugang zu gewährleisten.
Individuelle Konzepte müssten bereitgestellt werden, um auf die unterschiedlichen Zugänge zum Thema Bildung einzugehen, die in den verschiedenen Altersgruppen zu finden sind, ergänzte Christine Marek, Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit. Eine Herausforderung der Zukunft sei zudem, die Arbeitswelt so zu gestalten, dass auch die Qualifikationen der älteren Arbeitnehmer positiv genutzt werden können.
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PROGRAMM
10:00 |
Begrüßung durch die
Staatssekretärin Christine Marek
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10:15 |
Impulsreferat Dr. Hilmar Schneider
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10:50 |
Expertenstatements und Diskussion
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11:40 |
Abschließende Zusammenfassung durch
Univ. Prof. Michael Meyer
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ab
12:00 |
Get together
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Programm als PDF zum downloaden >>
Impulsreferat Dr. Hilmar Schneider als PDF >>
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KONTAKT
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Tel +43 1 811 22 7776
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